Ein Tisch voll Alternativer Proteine: Hülsenfrüchte, Pilze, Würstchen und Schnitzel aus Fleischersatz.

Mehr Wissen über Alternative Proteine

Wie gesund sind Alternative Proteine? – die Frage beantworten wir im Forschungsstand, aber natürlich gibt es über das Thema noch sehr viel mehr zu wissen! Welche Rolle spielen sie für die Verbraucherinnen und Verbraucher? Was sind die rechtlichen Hürden bei Zulassungsverfahren? Wie entwickelt sich der Markt für Alternative Proteine? – Die Antworten auf diese Fragen finden Sie hier.

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Inhalt


Verbraucherakzeptanz alternative Proteine: Tofu beliebter als Heuschrecken

Ob sich ein Lebensmittel auf dem Markt etabliert, hängt maßgeblich von der Akzeptanz durch die Bevölkerung ab. Diese fällt je nach Umfrage allerdings unterschiedlich aus.

Umfrage des Good Food Institutes:
41 Prozent essen bereits Fleischersatzprodukte

Laut einer aktuellen Umfrage des The Good Food Institutes (GFI 2023) sind die Deutschen bereit für alternative Proteine. So essen 41 Prozent der (insgesamt 1.002) Befragten mindestens einmal im Monat Fleischalternativen auf pflanzlicher Basis (einschließlich pflanzliche Burger-Patties oder Nuggets), 25 Prozent wollen in Zukunft häufiger zu pflanzlichen Fleischersatzprodukten greifen. Gleichzeitig gaben 57 Prozent an, dass sie kultiviertes Fleisch (In-vitro-Fleisch bzw. Fleisch aus dem Labor) kaufen würden, wenn es im Supermarkt erhältlich wäre – in der Gruppe der unter 25-Jährigen waren es sogar 82 Prozent.

Dennoch ist die Einstellung zu den verschiedenen alternativen Proteinen sehr unterschiedlich: Die meisten haben weniger Probleme mit Tofu oder Seitanwürsten, sind aber skeptisch gegenüber Insektenriegeln. Mehr noch: Für viele ist der Genuss von Käferlarven, Raupen oder Heuschrecken mit einem Ekelgefühl und häufig auch mit hygienischen Bedenken verbunden. Mangelnde Vertrautheit, generelle Technologie-Skepsis, fehlendes Vertrauen und die im Vergleich zu Fleisch geringere sensorische Attraktivität von Geschmack und Textur spielen ebenfalls eine Rolle (Hamlin et al. 2022, Onwezen et al. 2021, Orsi et al. 2019).

Studie der Universität Hohenheim: Jüngere sind aufgeschlossener, wenn es um alternative Proteine geht

Ein Team der Universität Hohenheim hat die Einstellungen von 1.561 Personen in Deutschland zu Fleischalternativen untersucht, insbesondere zu pflanzlichem, insektenbasiertem und kultiviertem Fleischersatz (Heijnk et al. 2023). Das Ergebnis war auch hier, dass jüngere Menschen Fleischersatzprodukten aufgeschlossener gegenüberstehen.

Im Detail hatten Jüngere aus städtischen Gebieten im Durchschnitt eine positivere Einstellung zu Fleischersatzprodukten, ebenso wie Menschen, die sich tendenziell mehr Gedanken um Klima, Tierschutz und Umwelt machen. Männer, die sich eher fleischlastig ernähren, stehen Alternativen zu Insekten- und In-vitro-Fleisch positiver gegenüber als Frauen, während Verbraucher mit einer weniger fleischbetonten Ernährung pflanzliche Fleischalternativen bevorzugen. Im direkten Vergleich der einzelnen Alternativen stehen pflanzliche Proteinersatzprodukte bei Verbrauchern an erster Stelle, gefolgt von In-vitro-Fleisch und Insektenproteinen auf dem letzten Platz.

Umfrage des Lebensmittelverbands: Befragte zeigen sich zurückhaltend beim Einkauf alternativer Proteine

Die 2.500 Personen, die im Auftrag des Lebensmittelverbands Deutschlands im Jahr 2023 befragt wurden (Lebensmittelverband Deutschland 2023a), waren weniger aufgeschlossen. Nach den Ergebnissen dieser Umfrage sind die Deutschen bei neuartigen Lebensmitteln tendenziell wenig experimentierfreudig und bevorzugen im Supermarkt eher „klassische“ bzw. vertraute Lebensmittel. Nur jeder Zweite gab an, neuartige Lebensmittel probieren zu wollen. Zwar wären fast 17 Prozent bereit, Wurst aus pflanzlichen Proteinen zu verkosten, aber nur rund 11 Prozent würden kultiviertes Fleisch probieren wollen, Pfannkuchen aus Insektenmehl nur 6 Prozent und Hamburger-Patties aus dem 3D-Drucker bildeten mit 1,3 Prozent das Schlusslicht. Knapp 63 Prozent äußerten eine mangelnde Bereitschaft, pflanzliche oder tierische Proteinalternativen zu testen.

Die Statistik zeigt, dass über 62% der Umfrageteilnehmer pflanzliche oder tierische Proteinalternativen nicht testen würden.

Quelle: Statista (2024a)

Verbraucherakzeptanz alternativer Proteine: bestehende Herausforderungen

Zahlreiche Forschungsarbeiten befassen sich mit der Frage, welche Faktoren die Verbraucherakzeptanz für alternative Proteine beeinflussen und wie ihre Attraktivität gesteigert werden kann. Wichtige Akzeptanzkriterien sind beispielsweise die Motivation von Verbrauchern bei der Lebensmittelauswahl sowie die persönliche Einstellung gegenüber alternativen Proteinquellen, einschließlich gesundheitlicher Erwägungen, Geschmack, Nachhaltigkeit, ethischer Bedenken (Siddiqui et al. 2022).

Gegenwärtig gibt es verschiedene Anstrengungen, um die gewonnenen Erkenntnisse zur Verbraucherakzeptanz von alternativen Proteinen in gezielte Maßnahmen zur Verhaltensänderung umzusetzen. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf Aufklärungsprogrammen, die den Verbrauchern die Vorzüge alternative Eiweißquellen näherbringen soll. Wichtig ist auch, dass die Produkte klar gekennzeichnet und durch entsprechende Gesetzgebung abgesichert werden, um das Vertrauen der Verbraucher zu stärken und ihre Sicherheit zu gewährleisten.

Daneben müssen alternative Proteine in Bezug auf Geschmack, Beschaffenheit und Preis mit tierischen Proteinen konkurrieren können (Morach et al. 2021), um eine breitere Akzeptanz in der Bevölkerung zu erreichen und somit die Proteinwende voranzutreiben und eine nachhaltige Transformation des Ernährungssystems zu fördern. Dies erfordert einen ganzheitlichen Ansatz auf der Grundlage solider Wissenschaft und einer engen Zusammenarbeit zwischen Forschung, Industrie, Regulierungsbehörden und Verbrauchern.

Der Markt für alternative Proteine wächst auch in Europa

In Europa bzw. Deutschland ist der Markt für essbare Insekten derzeit noch relativ klein, doch sagen Experten für die kommenden Jahre ein stetiges Wachstum angesichts des enormen Potenzials für die Ernährungssicherung voraus. Im Jahr 2023 wurde das Marktvolumen für essbare Insekten in Europa auf rund 262 Millionen US-Dollar geschätzt und war damit nur etwa halb so groß wie im asiatisch-pazifischen Raum mit 477 Millionen US-Dollar.

Das Marktvolumen von essbaren Insekten in verschiedenen Regionen weltweit in den Jahren 2018 und 2023

Quelle: Statista (2024b)


Insekten und die Novel-Food-Verordnung

In der EU zum Verzehr zugelassene Insektenarten

Weltweit gibt es etwa 2.100 Insektenarten, die für den Menschen essbar sind (Jongema 2017, Jansson et al. 2019). Doch nur wenige von ihnen werden in den kommenden Jahren auf deutschen Tellern landen. Lediglich vier Insektenarten sind bisher in der Europäischen Union als neuartige Lebensmittel (Novel Food) bzw. Speiseinsekten zugelassen (Presse- und Informationsamt der Bundesregierung 2023):

Mehlkäfer/Gelber Mehlwurm (Tenebrio molitor)
Verarbeitungsform: gefroren, getrocknet, pulverförmig (Zulassung: Juni 2021)
Wanderheuschrecke (Locusta migratoria)
Verarbeitungsform: gefroren, getrocknet, pulverförmig (Zulassung: November 2021)
Hausgrille/Heimchen (Acheta domesticus)
Verarbeitungsform: gefroren, getrocknet, pulverförmig / teilweise entfettetes Pulver (Zulassung: Februar 2022 / Januar 2023)
Buffalowurm/Getreideschimmelkäfer (Alphitobius diaperinus)
Verarbeitungsform: gefroren, als Paste, getrocknet, pulverisiert (Zulassung: Januar 2023)

Weitere Novel-Food-Zulassungsanträge wurden 2018 für die Tropische Hausgrille (Gryllodes sigillatus), die Larve der schwarzen Soldatenfliege (Hermetia illucens) und männliche Larven der westlichen Honigbiene/Honigbienen-Drohnenbrut (Apis mellifera) gestellt und werden aktuell noch von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) geprüft (European Commission 2023).

Wichtig: Für alle Speiseinsekten gelten hierzulande strenge Vorschriften. So darf der Mehlwurm beispielsweise nur getrocknet als Ganzes oder in Pulverform verkauft werden. In verarbeiteten Produkten wie etwa Keksen sind die Höchstmengen klar festgelegt: maximal 10 Gramm Mehlwurm pro 100 Gramm Keks (European Commission 2017). Und auch die Zugabe der Wanderheuschrecke muss in der Zutatenliste von Lebensmitteln bzw. auf deren Verpackung gekennzeichnet sein, da Insektenprotein bei empfindlichen Menschen allergische Reaktionen auslösen kann. Laut Verbraucherzentrale ist dies insbesondere bei Menschen mit einer Allergie gegen Hausstaubmilben oder Krebs- und Weichtieren der Fall (Verbraucherzentrale 2024).

Video: Insekten – eine Möglichkeit für eine klimafreundliche Ernährung

Zulassungsverfahren für Insekten bzw. Novel Food

Seit der Einführung der Novel-Food-Verordnung (Verordnung (EU) 2015/2283) am 1. Januar 2018 gelten Insekten als neuartige Lebensmittel. Sie müssen für die Vermarktung in der EU ein strenges Zulassungsverfahren durchlaufen. Einige Insektenarten, wie z. B. ganze Hausgrillen, Wanderheuschrecken oder Mehlwurm-Larven, wurden jedoch bereits vor 2018 legal in der EU vermarktet und fallen daher nicht in den Geltungsbereich der Verordnung. Für diese Insekten gilt eine Übergangsregelung (Verordnung (EU) 2015/2283, Art. 35 Abs. 2). Wurde ein Antrag auf Zulassung gestellt, dürfen sie bis zur endgültigen Entscheidung der EFSA weiterhin auf dem europäischen Markt verkauft werden (Verbraucherzentrale 2024).

Dies birgt jedoch die Gefahr, dass Insektenprodukte angeboten werden, die nicht vollständig den Anforderungen der Novel-Food-Verordnung entsprechen. Konkret bedeutet dies, dass Verbraucher nicht in jedem Fall erkennen können, ob und welche potenziell allergenen Stoffe in den Produkten enthalten sind oder ob sie gar gesundheitsschädliche Keime beinhalten.

Produktion von Speiseinsekten

Speiseinsekten, die im deutschen Lebensmitteleinzelhandel verkauft werden, stammen in der Regel aus kontrollierter Zucht (Verbraucherzentrale 2024). Wild gefangene Insekten, wie etwa Heuschrecken aus Afrika, die dort als Plage auftreten können, werden in Europa nicht verwendet. Sie entsprechen nicht den strengen Hygienevorschriften und gesetzlichen Anforderungen der Novel-Food-Verordnung. Inzwischen gibt es in vielen Ländern wie den Niederlanden, Spanien, Frankreich und Deutschland Insektenfarmen (Lebensmittelverband Deutschland 2023b).

Auch die Fütterung der Speiseinsekten ist durch Bestimmungen der Futtermittelhygiene-Verordnung (Verordnung (EU) 183/2005) hierzulande reglementiert (Verbraucherzentrale 2024). So dürfen Speiseinsekten nicht mit Lebensmittelabfällen gefüttert werden, nur zugelassene Zusatzstoffe sind erlaubt, und auch mikrobiologische Vorgaben müssen eingehalten werden. Für die ökologische Insektenzucht hat der Verband Naturland eigene Richtlinien entwickelt, die den Einsatz von pflanzlichen Nebenprodukten und Reststoffen aus der Landwirtschaft vorschreiben (Naturland e. V. 2023).

Bislang gibt es in Deutschland jedoch keine konkreten Regelungen zum Tierschutz bei der Insektenzucht. Es fehlen klare Vorschriften zur Haltung, insbesondere zum Platzbedarf, zum Einsatz von Arzneimitteln wie Antibiotika und Fungiziden sowie zur „schonenden“ Tötung von Insekten für den menschlichen Verzehr oder als Futtermittel.

Video: Insekten – neuartige Lebensmittel in der Europäischen Union


Wie nachhaltig ist die Produktion alternativer Proteine in Hinblick auf Umweltauswirkungen?

Fleisch ist nach wie vor ein wichtiger Eiweißlieferant und liefert global betrachtet durchschnittlich 15 Prozent der verfügbaren Proteine (OECD/FAO 2021). Die Unterschiede zwischen den Ländern sind allerdings groß: Menschen in ärmeren Gegenden beziehen weniger als 10 Prozent ihres Proteinbedarfs aus Fleisch. Bei einem erwarteten Anstieg des weltweiten Pro-Kopf-Fleischkonsums um 0 bis 0,5 Prozent pro Jahr (Henchion et al. 2021) und einem erwarteten Anstieg der Weltbevölkerung um 1 Prozent pro Jahr (UN DESA 2022) wird der weltweite Fleischkonsum im Jahr 2050 voraussichtlich um 50 Prozent oder mehr über dem heutigen Niveau liegen.

Die Frage ist: Wie wirkt sich das auf Umwelt und Klima aus?Alternative Proteinquellen schneiden in wissenschaftlichen Studien hinsichtlich ihrer Klimabilanz meist besser ab als Fleisch. Nachfolgend geben wir eine Übersicht zu den Umweltauswirkungen alternativer Proteinquellen.

Ausführliche Informationen über die Umweltauswirkungen von Lebensmitteln im Allgemeinen gibt es bei der Planetary Health Diet.

Treibhausgasemissionen alternativer Proteine

Pflanzliche Alternativen: geringer CO2-Fussabdruck

Der Tierhaltungssektor ist laut Gerber et al. (2013) und Xu et al. (2021) für 14,5 bis 20 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Den größten CO2-Fußabdruck hat dabei Rindfleisch, den kleinsten Geflügel (Xu et al. 2021).

Pflanzliche Lebensmittel verursachen weniger Emissionen (Poore/Nemecek 2019). Erbsen und Bohnen weisen laut Berechnungen des WWF (2021) zum Beispiel Emissionen von 1,4 bzw. 1,3 kg CO2e pro kg Produkt auf, was deutlich niedriger ist als für Rindfleisch (> 25 kg CO2e/kg Produkt), Schweinefleisch (10,3 kg CO2e) und Geflügel (9,2 kg CO2e). Der CO2-Fußabdruck von Sojabohnen kommt in einer aktuellen Berechnung auf maximal 4,27 kg CO2e und bis zu 0,36 kg CO2e (Donau Soja 2023). Ökobilanzen deuten darauf hin, dass auch Tofu & Linsenburger deutlich geringere Emissionen aufweisen als ihre Fleischäquivalente (Saget et al. 2021, Smetana et al. 2021).

Insekten: Alternativen auf Insektenbasis schmälern den CO2-Ausstoss

Laut van Huis und Oonincx (2017) wurden bislang nur für fünf Insektenarten Schätzungen der Treibhausgasemissionen veröffentlicht, Ökobilanzen nur für vier Arten. Die potenziellen Hauptquellen für Emissionen aus der Insektenproduktion sind die Futtermittelproduktion sowie die Energie für die Aufrechterhaltung der klimatisierten Anlagen und für die Verarbeitung.

Insgesamt deuten die Studien darauf hin, dass gezüchtete Insekten einen geringeren CO2-Fußabdruck besitzen als alle Fleischsorten, sowohl in Bezug auf Gewicht als auch auf verzehrbares Protein. Wie Oonincx und de Boer 2012 berechneten, emittieren beispielsweise Mehlwürmer 1,32- bis 2,67-mal weniger Treibhausgase pro Kilogramm Protein als Hühnerfleisch, 1,51- bis 3,87-mal weniger als Schweinefleisch und 5,52- bis 12,51-mal weniger als Rindfleisch. Vauterin et al. (2021) weisen jedoch darauf hin, dass der CO2-Fußabdruck von Insektenprotein je nach Produktionsstandort und Insektenart größer sein kann als der von Geflügelprotein.

In-vitro-Fleisch, Mykoproteine und Mikroben: Hängt von der verwendeten Energiequelle ab

Studien deuten darauf hin, dass Lebensmittel aus Zellkulturen, Präzisionsfermentation und Biomassefermentation – wie Mykoproteine – Vorteile für das Klima bringen (Rubio et al. 2020, Hashempour-Baltork et al. 2020, El Wali 2024). Allerdings ist der Energiebedarf sehr hoch, vor allem wenn biologische Funktionen durch industrielle Verfahren abgelöst werden. So wird für die Herstellung von 1 Kilogramm In-vitro-Fleisch deutlich mehr Energie benötigt als für 1 Kilogramm Fleisch (Mattick et al. 2015, Smetana et al. 2015).

Mykoproteine haben in Hinblick auf Treibhausgasemissionen Vorteile, wenn Nebenströme aufgewertet werden können. Das sind Agrar- und Lebensmittelabfälle, die andernfalls als Tiernahrung oder Energiequelle genutzt würden. Ohne den Einsatz von Nebenströmen haben Mykoproteine im Hinblick auf die Treibhausgase ähnliche Werte wie Schweinefleisch und sind beim Energiebedarf vergleichbar mit Milch (Souza Filho 2019). Die potenzielle Verringerung der Treibhausgasemissionen hängt daher von den bei der Herstellung verwendeten Energiequellen und Rohstoffen ab (Sillman et al. 2020, Järviö et al. 2021, Humpenöder et al. 2022, Tuomisto et al. 2014, Mattick et al. 2015).

Mikroalgen: emittieren mehr CO2 als andere Alternativen

Auch die Herstellung von Mikroalgenprotein im Photobioreaktor ist laut einer Studie von Smetana et al. (2018) energieintensiv und emittiert deshalb bei der Produktion mehr CO2 als andere Proteinquellen, einschließlich In-vitro-Fleisch, Insekten und Mykoproteinen. Die Ursache liegt laut dem Forschungs-Team an einer großen Bandbreite von Produktionsbedingungen. Ahmad und Ashraf (2023) wiederum stufen die Produktion von Mikroalgen positiver ein, weil sie durch Photosynthese sehr viel Kohlenstoffdioxid aus der Atmosphäre fixieren können. Die Umweltauswirkungen energieinten­siver Systeme werden generell stark davon beeinflusst, wie die nötige Energie gewonnen wird (Haß et al. 2020).

Flächenverbrauch alternativer Proteine

Pflanzliche Ersatzprodukte: Eine kleinere Fläche genügt

Knapp die Hälfte (44 %) der bewohnbaren Fläche weltweit wird für Landwirtschaft genutzt, davon ist wiederum ein Drittel Ackerland, zwei Drittel sind Weideflächen. Zusammengezählt machen die Weiden und die für Futtermittel genutzten Flächen 80 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche aus. Der Anbau von Pflanzen, die wir direkt essen, nimmt 16 Prozent der Fläche ein, der Anbau von nicht essbaren Produkten (Biokraftstoffe und Textilien) 4 Prozent (Ritchie/Roser 2019). Fleischersatzprodukte auf pflanzlicher Basis sparen daher Fläche. Dies gilt für vor allem für traditionelle Alternativen wie Tofu, aber auch für neuartige Fleischersatzprodukte (blue horizon 2020, Saget et al. 2021, Smetana et al. 2021).

Insekten: nutzen Flächen effizienter als andere Tierarten

Betrachtet man den Flächenbedarf von insektenbasierten Produkten kommt dieser nahezu komplett aus der Futtermittelproduktion, da die Produktionsanlagen für Insekten fast keine Flächen benötigen. So haben Insekten eine höhere Flächennutzungseffizienz als konventionelle Tierhaltung (FAO 2021). Oonincx und de Boer (2012) schätzen, dass für die Produktion von 1 kg Mehlwurmprotein 2,3- bis 2,85-mal weniger Land benötigt wird als für 1 kg Hühnerprotein, 2,57- bis 3,49-mal weniger wie bei Schweinefleisch und 7,89- bis 14,12-mal weniger im Vergleich zu Rindfleisch. Der Landnutzungsbedarf ist auch geringer als bei kultiviertem Fleisch und bei mehreren pflanzlichen Alternativen (Smetana et al. 2015).

In-vitro-Fleisch: Flächenverbrauch lässt sich noch nicht richtig abschätzen

Um die Flächennutzung von In-vitro-Fleisch beurteilen zu können, bedarf es noch weiterer Studien. Die bisherigen deuten darauf hin, dass Kulturfleisch bzw. In-vitro-Fleisch einen geringeren Flächenbedarf pro Kilogramm hat als alle Fleischarten (Tuomisto et al. 2014, Mattick et al. 2015). Sinke/Odegard (2021) schätzen zum Beispiel, dass nur 1,8 Quadratmeter benötigt werden, um 1 Kilogramm In-vitro-Fleisch zu produzieren: Das sind 60 Prozent weniger als für die Produktion von 1 Kilogramm Geflügel und 94 Prozent weniger als für die Produktion von 1 Kilogramm Rindfleisch.

Mykoproteine, Mikro- und Makroalgen: sehr geringer Flächenverbrauch

Die Produktion von Mykoproteinen und auch Mikroalgen nimmt weniger Fläche in Anspruch als bei klassischen Fleischprodukten (Rösch et al. 2019, Hashempour-Baltork et al. 2020, Rubio et al. 2020). Makroalgen brauchen noch weniger Fläche, da sie in der Regelim Meer produziert werden. Aber auch landbasierte Anlagen brauchen deutlich weniger Fläche, als für die Produktion von Futtermitteln benötigt wird (KErn 2022).

Wasserverbrauch alternativer Proteine

Pflanzliche Ersatzprodukte brauchen weniger Wasser als Fleischprodukte

Der direkte Wasserverbrauch durch Nutztiere ist relativ gering. Deutlich mehr ins Gewicht fällt der indirekte Wasserverbrauch für Anbau und Verarbeitung von Futterpflanzen. Heinke et al. (2020) schätzen, dass jährlich 4.387 Kubikkilometer Wasser für die Produktion von Tierfutter verwendet werden. Das entspricht 41 Prozent des gesamten landwirtschaftlichen Wasserverbrauchs. Studien legen nahe, dass pflanzliche Alternativen einen geringeren Wasserbedarf pro Kilogramm haben als Fleisch (Heller/Keoleian 2018, blue horizon 2020, WSP Canada 2022). Zudem weist die Ernährung mit vielen pflanzlichen Lebensmitteln, aber auch Fleisch­ersatzprodukten, laut Berechnungen von Tompa et al. (2020) einen um 29 Prozent geringeren Wasserfußabdruck auf als eine fleischlastige Ernährung.

Insekten und Mykoproteine benötigen besonders wenig Wasser

Der Wasserbedarf bei der Mykoproteinproduktion ist sogar noch geringer als bei pflanzlichen Ersatzprodukten, da im Bioreaktor we­niger Wasser benötigt wird als auf Agrarflächen (Smetana et al. 2018, Rubio et al. 2020). Auch Insekten benötigen weniger Wasser als herkömmliche Nutztiere, da sie ihren Wasserbedarf aus dem Futter oder Substraten decken.

Der größte Teil des Wasserbedarfs in der Insektenzucht entfällt auf Futtermittelproduktion und Verarbeitungsschritte wie die Reinigung (FAO 2021). Miglietta et al. (2015) schätzen, dass für die Produktion von 1 Kilogramm Mehlwurmprotein 1,5-mal weniger Wasser benötigt wird als für 1 Kilo Hühnerprotein, 2,5-mal weniger als für 1 Kilo Schweinefleischprotein und 5-mal weniger als für 1 Kilo Rindfleischprotein.

In-vitro-Fleisch und Algen: Wasserverbrauch nicht ganz eindeutig

Zum Wasserfußabdruck von In-vitro-Fleisch existieren nur wenige Studien. Sie schätzen, dass dieser kleiner ist als der von Rindfleisch, aber ähnlich oder größer als der von Hühner- und Schweinefleisch (Tuomisto et al. 2014, Sinke et al. 2023). Der Wasserfußabdruck umfasst sowohl den direkten (im Produktionsprozess verwendeten) als auch den indirekten (für Produktion von Rohstoffen und Energie) Wasserverbrauch und wird daher von der Zusammensetzung des Wachstumsmediums beeinflusst. Tuomisto et al. (2014) stellten zum Beispiel einen größeren Wasserfußabdruck bei der Verwendung eines Wachstumsmediums auf Maisbasis im Vergleich zu einem Medium auf Weizenbasis fest.

Auch was den Wasserbedarf bei der Algenproduktion angeht, sind sich Forscherinnen und Forscher nicht ganz einig. Smetana (2018) setzt den Wasserverbrauch für Mikroalgen ähnlich niedrig an wie für Mykoproteine. Rösch et al. (2019) betrachten Energie- und Wasserbedarf hingegen als die beiden kritischen Faktoren bei der ökologischen Bewertung der Mikroalgenproduktion. Der Wasserfußabdruck ist ihnen zufolge abhängig von den eingesetzten Technologien, Algenarten und den klimatischen Bedingungen. Sie schätzen das Verhältnis von Wasserbedarf und Ertrag aber als deutlich geringer ein als für herkömmliche landwirtschaftliche Kulturen. Für Makroalgen fehlen belastbare Daten zum Wasserfußabdruck; festzuhalten ist allerdings, dass Produktionsanlagen an Land bislang keine große Rolle spielen. Der überwiegende Teil der Makroalgen wird entweder in Wildbeständen geerntet (68 %) oder in Aquakulturen in Küstennähe oder Offshore produziert (Araújo 2021).


Vor- und Nachteile alternativer Proteinquellen in Bezug auf Umwelt, Gesundheit und Tierwohl auf einen Blick

z.B. (Soja, Erbse, Lupine, Mais, Weizen)

Umwelt
– geringer Wasserverbrauch
– geringe THG**

Gesundheit
– hoher Proteingehalt
– weniger Fett (kaum Cholesterin)
– Ballaststoffe
– hoher Verarbeitungsgrad (viele Zutaten und – Zusatzstoffe)
– potenzielles Allergierisiko

Tierwohl
keine Tiere involviert

Umwelt
– geringer Land- und Wasserverbrauch
– geringe THG**

Gesundheit
– hoher Proteingehalt
– Mineralstoffe
– Vitamine
– Spurenelemente
– Ballaststoffe
– Kalzium
– potenzielles Allergierisiko

Tierwohl
Tierwohl-Aspekte ungeklärt

Umwelt
– geringer Landverbrauch
– THG** hängt von der Herstellung ab
– hoher Energie- und Wasserverbrauch

Gesundheit
– Anreicherung mit Vitaminen oder Omega-3-FS* möglich
– Übertragung von Krankheiten/ Keimen unklar
– Notwendigkeit von Antibiotika unklar
– Langzeitwirkungen bei hohem Konsum unklar

Tierwohl
Stammzellgewinnung vom Tier (extensive Tierhaltung möglich)

Umwelt
– geringer Wasserverbrauch
– geringe THG**

Gesundheit
– hoher Proteingehalt
– hoher Puringehalt
– möglicher Toxingehalt
– mögliche Kontamination mit Bakterien
– potenzielles Allergierisiko

Tierwohl
– keine Tiere involviert

Umwelt
– geringer Land- und Energieverbrauch

Gesundheit
– hoher Proteingehalt
– Kohlenhydrate
– Carotinoide
– Vitamine
– Mineralstoffe
– Fettsäuren
– mögliche Kontamination mit Schwermetallen, Bakterien oder Pilzen

Tierwohl
– keine Tiere involviert

Umwelt
– geringer Wasserfußabdruck
– geringe THG**

Gesundheit
– hoher Proteingehalt
– Ballaststoffe
– Omega-3-FS*
– Mineralstoffe
– Vitamine
– Carotinoide
– Gesamtfettgehalt
– zu hoher Jodgehalt
– mögliche Kontamination mit Schwermetallen, Pestiziden und Pharmazeutika

Tierwohl
– keine Tiere involviert

*FS: Fettsäuren; THG**: Treibhausgasemissionen

Quelle: KErn – Kompetenzzentrum für Ernährung (2022): Alternative Proteinquellen – Literaturstudie zum aktuellen Forschungsstand, S. 44–45. [online]


Start-ups im Bereich alternativer Proteine

Da der relativ junge Markt mit Fleischersatzprodukten und alternativen Proteinen in lebhafter Bewegung ist, kann diese Liste nicht vollständig sein. Wenn Sie ein spannendes Start-up haben und der Meinung sind, ebenfalls in diese Liste zu gehören, schreiben Sie uns an: ernaehrungsradar@kern.bayern.de

Milch-Ersatz
Senara, Freiburg
https://www.senara.bio/
Produkt: In-vitro-Milch / zellbasierte Milch

Käse-Ersatz
Viva la Faba / Stuttgart
www.vivalafaba.de
Produkt: veganer Käse-Ersatz auf Basis von Faba-Bohnen
Formo Bio GmbH / Berlin
https://formo.bio/
Produkt: veganer Käse-Ersatz mithilfe von Präzisionsfermentation

Ei-Ersatz
Perfeggt / Berlin
https://www.perfeggt.co/
Produkt: flüssiger veganer Ei-Ersatz aus Erbsenprotein
Neggst / Berlin
https://www.neggst.co/
Produkt: veganer Ei-Ersatz (für Spiegeleier und mehr) auf Basis von Erbsen, Faba-Bohnen und Süßkartoffelprotein
Fisch-Ersatz
BettaF!sh / Berlin
https://bettafish.co/de/foodservice
Produkt: Tunfisch-Ersatz auf Basis von Meeresalgen
Bluu Seafood, Hamburg
https://www.bluu.bio/
Produkt: In-vitro-Fisch

Fleisch-Ersatz
MyriaMeat GmbH / München
https://myriameat.com/
Produkt: In-vitro-Fleisch
Walding Foods / München
https://www.walding-foods.com/
Produkte: Fleisch-Ersatz auf Basis von Biomassefermentation
Infinite Roots, Hamburg
https://www.infiniteroots.com
Produkt: tierfreie Proteine mithilfe von Biomassefermentation


Mehr zu Alternativen Proteinen

Nachweise

Ahmad A, Ashraf SS (2023): Sustainable food and feed sources from microalgae: Food security and the circular bioeconomy. Algal Research 74:103185. [online] https://doi.org/10.1016/j.algal.2023.103185

Araújo et al. (2021): Current Status of the Algae Production Industry in Europe: An Emerging Sector of the Blue Bioeconomy. Front. Mar. Sci. 7 [online] https://doi.org/10.3389/fmars.2020.626389

blue horizon (2020): Environmental impacts of animal and plant-based food

Donau Soja (2023): Minus 82%: Europ Soya zertifizierter Sojaschrot vermeidet Treibhausgasemissionen. [online] https://www.donausoja.org/wp-content/uploads/2023/06/DS_Factsheet_ATK_DE.pdf

El Wali et al. (2024): Transition to cellular agriculture reduces agriculture land use and greenhouse gas emissions but increases demand for critical materials. Commun Earth Environ 5, 61 [online] https://doi.org/10.1038/s43247-024-01227-8

European Commission (2017): Union list of novel foods in accordance with Regulation (EU) 2015/2283, [online] https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/PDF/?uri=CELEX:02017R2470-20240110

European Commission (2023): Summary of Novel Food applications, [online] https://food.ec.europa.eu/safety/novel-food/authorisations/summary-applications-and-notifications_en)

FAO (2021): Looking at edible insects from a food safety perspective – Challenges and opportunities for the sector. [online] https://doi.org/10.4060/cb4094en

Gerber et al. (2013): Tackling climate change through livestock – A global assessment of emissions and mitigation opportunities. Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO), Rome. [online] https://www.fao.org/3/i3437e/i3437e.pdf

GFI – Good Food Institute (2023): Alternative Proteine in Deutschland. Report zu aktuellen Entwicklungen rund um nachhaltige Proteinquellen auf Basis von Pflanzen, Zellkultivierung und Fermentation, [online] https://gfieurope.org/de/alternative-proteine-in-deutschland/

Hamlin et al. (2022): Food neophobia, food choice and the details of cultured meat acceptance. Meat Science 194:108964, [online] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/36115255/

Hashempour-Baltork et al. (2020): Mycoproteins as safe meat substitutes. Journal of Cleaner Production 253:119958. [online] https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0959652620300056

Haß et al. (2020): Thünen-Baseline 2020 – 2030: Agrarökonomische Projektionen für Deutschland. Braunschweig: Johann Heinrich von Thünen-Institut (Report 82). [online] https://literatur.thuenen.de/digbib_extern/dn062723.pdf

Heijnk et al. (2023): A comparison of influencing factors on attitudes towards plant-based, insect-based and cultured meat alternatives in Germany. Food Qual Prefer 110:104966, [online] https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S095032932300160X

Heinke et al. (2020): Water Use in Global Livestock Production-Opportunities and Constraints for Increasing Water Productivity, Water Resource Research. AGU 56(12). [online] https://doi.org/10.1029/2019WR026995

Heller M, Keoleian G (2018): Beyond Meat’s Beyond Burger Life Cycle Assessment: A detailed comparison between a plant-based and an animal-based protein source. CSS Report, University of Michigan: Ann Arbor 1–38

Henchion et al. (2021): Trends for meat, milk and egg consumption for the next decades and the role played by livestock systems in the global production of proteins. Animal 15(1):100287. [online] https://doi.org/10.1016/j.animal.2021.100287

Humpenöder et al. (2022): Projected environmental benefits of replacing beef with microbial protein. Nature 605:90–96. [online] https://doi.org/10.1038/ s41586-022-04629-w

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Stand: Juni 2024

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